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Fantasy Film Fest Nights 2008

Für mich als Filmfan ist das Fantasy Film Fest, das jedes Jahr u.a. in Stuttgart stattfindet einer der Höhepunkte des Jahres.
Um die Wartezeit ein wenig zu verkürzen finden in der “Halbzeit” zwischen zwei Festen die Fantasy Film Fest Nights statt, diese dauern – im Gegensatz zum “richtigen” Fantasy Film Fest, das sich über eine Woche erstreckt – nur zwei Tage.
Man darf sich allerdings nicht durch den Namen irre führen lassen, denn mit Fantasy haben die Filme die dort laufen im Allgemein wenig zu tun. Den Schwerpunkt bilden Horror, Thriller, Suspense und Asiafilme.
Aber anscheinend ging es Disney so, denn anders kann ich mir die Werbung für “Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia” auf der Rückseite des diesjährigen Programmheftes nicht erklären. Die Zielgruppe für diesen Film findet sich sicherlich nicht auf dem Fantasy Film Fest ;-)

Dieses Jahr fanden die Fantasy Film Fest Nights Stuttgart am 12. und 13. April im Metropol statt. Ich war da und hab mir “Diary Of The Dead”, “Doomsday”, “Frontier(s)”, “Eden Log”, “Sukiyaki Western Django” und “Inside” angesehen.

Diary Of The Dead

George A. Romero liefert mit seinem fünften Teil der Dead-Saga einen ordentlichen und sehr guten Zombie-Streifen ab.
Zur Geschichte des Films: ein Team von Studenten die mit Ihrem Professor im Wald einen Horrorfilm drehen wollen erfährt, dass eine Art Seuche ausgebrochen ist, die die Toten wieder auferstehen lässt. So beschließen sie nach Hause zu fahren um bei Ihren Familien zu sein. Jason, der Kameramann und Regisseur der Truppe lässt von da ab die Kamera nicht mehr aus der Hand um alles festzuhalten und zu dokumentieren. Doch Weg nach Hause ist weit…

Was mir an dem Film sehr gut gefallen hat ist die Idee, alles aus der Sicht eines Beteiligten mit einer Kamera zu sehen (gut, das gab es auch schon bei Gloverfield, aber ich muss gestehen, dass ich den noch nicht gesehen habe).
Der Film zieht das Ganze auch sehr konsequent durch, so gibt es zwischendrin immer mal Abschnitte wo ein paar Augenblicke im Film fehlen. Es verleiht dem Film eine gehörige Portion Authentizität. Der Film ist sehr sozial- und gesellschaftskritisch, so tun sich die jungen Protagonisten schwer die Wahrheit zwischen (manipulierten) Massenmedien und der (nicht immer ganz wahrheitsgetreuen) Blogosphäre zu finden. Oder Jason, der lieber alles filmt als seinen Freunden in bedrohlichen Situationen zu helfen.
Der Film ist auf jeden Fall äußerst sehenswert und weitaus besser als der vierte Teil der Dead-Saga “Land Of The Dead”.

Doomsday

Regie bei “Doomsday” hat Neil Marshall geführt, der vielen von “The Descent” oder “Dogsoldiers” ein Begriff sein dürfte.
Zur Story des Films: Im Jahr 2008 bricht in Schottland ein Reapervirus aus, der in Windeseile große Teile der Bevölkerung dahinrafft.
Im den Virus einzudämmen wird kurzerhand entschlossen um ganz Schottland eine Mauer zu ziehen und die Menschen ihrem Schicksal zu überlassen.
25 Jahr später bricht der Virus erneut – dieses Mal in London – aus. Die toughe Eden Sinclair (gespielt von Rhona Mitra, die mir schon in “Skinwalkers” sehr gut gefallen hat und meiner Meinung nach eine echte Alternative zu Milla Jovovich als Heldin ist) wird mit einem Trupp Soldaten nach Schottland geschickt, da man dort auf Satellitenaufnahmen Überlebende gefunden hat und der Meinung ist, dass es deswegen einen Antivirus gibt.
Die Überlebenden in Glasgow mögen es bloß überhaupt nicht, dass Störenfriede in Ihre Welt eindringen.

Der Film wird sicher (geschnitten) in die deutschen Kinos kommen. Wer auf Filme wie “Resident Evil” steht sollte sich den Film ansehen. Er ist sehr unterhaltsam und gut gemacht, zumal Neil Marshall 30 Millionen Dollar Budget zur Verfügung standen, was man dem Film auch ansieht. Die Effekte sind sehr gut und die Ausstattung ordentlich.
Seine englische Herkunft kann Marshall was den Humor in Doomsday angeht nicht verleugnen. So wird z.B. in einer Szene wo einer der gefangen Soldaten aus Edens Trupp gegrillt und gegessen werden soll Musik von den Fine Young Cannibals gespielt. Das englisches Dosenbier nach 25 Jahren allerdings noch genießbar ist halte ich für einen schlechten Witz ;-)

Frontier(s)

Vom Regen in die Traufe. So könnte man den französischen Schocker von Xavier Gens (“Hitman”) zusammenfassen.
In Paris kommt es aufgrund des Wahlsieges eines Rechtspopulisten zu Unruhen und Straßenschlachten. Eine Gruppe von vier Jugendlichen mit 125.000 Euro aus einem Überfall im Gepäck beschließt in zwei Gruppen in die Nähe der deutschen Grenze zu fahren und dort in einem Hotel abzuwarten bis sich die Wogen geglättet haben.
Die vorausfahrende Gruppe findet ein kleines, gemütliches Hotel was auf den ersten Blick wie ein ideales Versteck aussieht. Beim Abendessen eskaliert die Situation und die inzestuösen Hotelbetreiber zeigen Ihr wahres Gesicht.
Kurze Zeit später erreicht die zweite Gruppe das Hotel und wird von der Betreiberfamilie auf Ihre Art willkommen geheißen. Allerdings können die jungen Leute aus der Großstadt mehr einstecken als von den Folterknechten erwartet.

Obwohl die Story sehr stark an “Hostel” erinnert ist “Frontier(s)” doch anders. Im Gegensatz zu Hostel wirkt Frontier(s) auf jeden Fall authentischer. Der Film hat mir sehr gut gefallen, auch wenn die Story von Folterknechten die unbedarften Touristen auflauern nicht wirklich neu ist.
Der Film schafft es auf jeden Fall ein flaues Gefühl in der Magengegend zu erzeugen (in Stuttgart haben sogar Leute während der Vorstellung den Saal verlassen).
Der Verleiher Tiberius Film trägt sich wohl mit dem Gedanken den Film noch in die deutschen Kinos zu bringen, allerdings dürften dann viele Szenen dem Schnitt zum Opfer fallen. Eine kleine Anmerkung noch zum Trailer: ich habe mich für den englischen Trailer entschieden, da dieser nicht ganz so heftig ist wie der französische, den es ebenfalls bei Youtube gibt. Aber Leute mit schwachen Nerven sollten ihn sich trotzdem nicht angucken.

Eden Log

Ein Mann (Clovis Cornillac) wacht total verdreckt in einer dunklen Höhle auf. Er kann sich an nichts erinnern; nicht wer er ist oder wie er an diesen Ort gekommen ist. Auf der Suche nach dem Ausgang begegnet er auf verschiedenen Ebenen mutierten Arbeitern, Sicherheitskräften, Technikern und Botanikern. Erst nach und nach erfährt er was es mit diesem Ort, der allgegenwärtigen Pflanze und der perfekten Gesellschaft die Eden Log geschaffen hat auf sich hat und letztendlich erfährt er auch wer er ist.

Mit “Eden Log” hat sich Regisseur Franck Vestiel nach eigener Aussage einen langen Traum erfüllt. Ich muss sagen, dass man dem Film anmerkt, dass viel Herzblut in ihm steckt. “Eden Log” zeichnet ein düsteres Zukunftsszenario und ist visuell ein echter Leckerbissen voller Details.
Die Story finde ich eher mittelmäßig aber der Film ist trotzdem durchaus sehenswert.

Sukiyaki Western Django

Wenn man an japanische Filme denkt, denkt man nicht unbedingt gleich an Western. Der neue Film von Takashi Miike könnte das ändern.
Der Film spielt im Japan des 12. Jahrhunderts und schildert den Kampf zweier verfeindeter Clans gegeneinander. Nun mag man denken, dass Japan, 12. Jahrhundert und Western nicht zusammen passen. Das dachte ich bisher auch… aber man wird von “Sukiyaki Western Django” eines Besseren belehrt, sofern man den Film nicht wirklich ernst nimmt und sich auf die schräge Story einlässt.
Jeder der Clans hat seine eigene Farbe, die Heike tragen weiß und die Genji rot. Es geht um die Herrschaft des Landes und einen sagenumwobenen Schatz, der irgendwo versteckt sein soll. Mitten in die Auseinandersetzung platzt ein einsamer Kämpfer und es stellt sich die Frage auf welche Seite er sich stellt und wer am Schluss die Macht und den Schatz bekommt.

Der Film ist grandios und für mich das absolute Highlight auf den Fantasy Film Fest Nights gewesen. Takashi Miike hat die Schauspieler gezwungen englisch zu sprechen und der Film lief auch auf englisch mit englischen Untertiteln (was – gerade zu Anfang, bis man sich an den Akzent gewöhnt hat – auch nötig war). Quentin Tarantino hat eine Gastrolle und selbst er spricht englisch mit japanischem Akzent.
Der Film ist unglaublich witzig ohne dabei albern zu sein und eine Hommage an den Film an sich. Zitate von John Wayne zu verwenden ist aufgrund des Themas sicherlich leicht, aber Takashi Miike schafft es sogar noch Elemente aus Kill Bill, Rambo, Herr der Ringe oder sogar Startrek einzubauen. Respekt.
Ein paar Freunde einladen, ein Kasten kaltes Bier, Knabberzeug und dieser Film. Der Abend wird ein Mordsspass, garantiert!

Inside

Sarah (gespielt von Alysson Paradis, der Schwester von Vanessa Paradis) ist schwanger und verliert bei einem Autounfall ihren Mann. Immer noch traumatisiert von dem Unfall verbringt sie den letzten Abend vor der Geburt allein zu Hause. Aus dem Nichts taucht eine Frau auf und beginnt Sarah zu terrorisieren, die daraufhin die Polizei ruft.
Doch die kann nichts finden und so geht Sarah ins Bett. Doch es dauert nicht lange und dann steht die Fremde neben Sarahs Bett und hat es auf ihr Baby abgesehen. Und es gibt nichts, was sie daran hindern kann…

Ich habe schon eine Nacht drüber schlafen müssen um mich zu entscheiden ob mir Inside gefällt, da ich die Splatterszenen teilweise schon sehr heftig fand. Aber im Nachhinein muss ich schon sagen, dass mir der Film gefallen hat, da er einem schon fesselt.
Wer also starke Nerven hat sollte sich den Film ansehen und sich trotzdem noch auf so einiges gefasst machen.

Auch hier plant Senator Film den Film eventuell in die deutschen Kinos zu bringen, allerdings wird der Film für eine FSK18-Freigabe sicherlich sehr stark gekürzt werden müssen.
Interessant finde ich, dass Inside und Frontier(s) von Canal Plus mitproduziert wurden, denn für Fernsehproduktionen sind die beiden Filme extrem splatterig. Auch hier möchte zu dem Trailer anmerken, dass er nichts für Leute mit zu schwachen Nerven ist.


One Response

  1. [...] “King Of The Hill” bin ich durch eine Werbung im Programmheft der Fantasy Film Fest Nights aufmerksam geworden. Irgendwann hatte ich die DVD in der Hand und hab sie kurzerhand mitgenommen. [...]

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